CMBS = Collision Mitigation Brake
System [Kollisionsschutz-Brems-System]
Hondas Collision
Mitigation Brake
System (CMBS, bei Einführung im Inspire aus dem
Jahre 2003 noch CMS abgekürzt) ist eine Weiterentwicklung des ACC in Kombination mit einem Gurtstraffer. Es
umfaßt die Funktionaliät eines ACC
und weist folgende wesentliche Unterschiede zum ACC auf:
- CMBS greift trotz bestehender rechtlicher Unsicherheiten aktiv in den Bremsvorgang
bei Gefahr ein, um einen Unfall, wenn nicht gänzlich zu vermeiden, so doch dessen Folgen zu minimieren.
- CMBS reagiert auch auf stehende Hindernisse,
denn es funktioniert bereits ab Geschwindigkeiten von 15
km/h aufwärts und registriert eine
Geschwindigkeitsdifferenz von 15 km/h zwischen den
beteiligten Fahrzeugen.

Komponenten
des CMBS beim Honda Legend aus dem Jahre 2006 |
Wie beim ACC sendet ein
hinter dem Honda-Emblem im Kühlergrill verborgenes Millimeterwellen-Radar mit einer Reichweite von rund 100 m in einem
Abtastwinkel von 16 ° um die Fahrzeug-Längsachse permanent
Impulse aus. Taucht im Radar ein
Hindernis (z. B. ein langsamer fahrendes Fahrzeug) auf, so werden
mit Hilfe der gemessenen Daten und der Informationen von den Rad-Geschwindigkeits-, den Lenkrad-Einschlags- und den Gierraten-Sensoren des eigenen Autos der Abstand zum Hindernis, die
Geschwindigkeitsdifferenz und die mögliche Bewegungsrichtung
berechnet.

Ein
vorausfahrendes, langsameres Fahrzeug gerät in die
Radar-Messung und wechselt die Spur |
Bleibt das Hindernis
voraussichtlich in der Fahrspur, dann wird die verbleibende Zeit
bis zur Kollision von der CMBS-ECU ermittelt.
- Beträgt diese Zeit
weniger als 3 Sekunden, dann wird die erste Stufe des CMBS aktiviert.
Ein akustisches Warnsignal ertönt und der Hinweis
"Bremsen" bzw. "Brake" erscheint im
Multifunktionsdisplay.
- Beträgt diese Zeit
weniger als 2 Sekunden, dann wird die zweite Stufe des CMBS aktiviert.
Neben dem akustischen Warnsignal und dem Warnhinweis im
Display wird von der CMBS-ECU der elektrische Gurtstraffer des Fahrersitzes mehrere
Male betätigt, um den Fahrer aus einem eventuellen
"Sekundenschlaf" zu wecken.
Außerdem wird das Fahrzeug mit 0,25 g noch relativ sanft
abgebremst.
Betätigt der Fahrer daraufhin die Bremse, so
interpretiert die CMBS-ECU dies als Notbremsung und
aktiviert das ABS und den VSA, um ein kontrolliertes,
sicheres Abbremsen notfalls bis zum Stand zu
gewährleisten.
- Beträgt diese Zeit
weniger als 1 Sekunde, dann wird die dritte Stufe des CMBS aktiviert.
Neben dem akustischen Warnsignal und dem Warnhinweis im
Display wird von der CMBS-ECU der elektrische Gurtstraffer der beiden vorderen Sitze
energisch betätigt, um die Passagiere in Erwartung einer
Kollision sicher an den Sitz zu binden. Außerdem wird
das Fahrzeug mit 0,6 g abgebremst.
Betätigt der Fahrer daraufhin die Bremse, so
interpretiert die CMBS-ECU dies als Notbremsung und
aktiviert das ABS und den VSA, um eine Vollbremsung
auszuführen. Der Bremsvorgang wird jedoch bei einer
Geschwindigkeit von 20 km/h abgebrochen, um dem Fahrer Eingreifmöglichkeiten zu bieten. Außerdem
werden in dieser Phase ausgeführte heftige
Lenkeinschläge als Ausweichmanöver vom CMBS interpretiert und das
System abgeschaltet, um dem Fahrer die volle Kontrolle
über sein Fahrzeug zu gewährleisten.