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Auto-Kauf 1985 |
| Kauf- Entschluß |
Mein damaliges Auto - der Audi 50 LS - war in die Jahre gekommen. Etwas Geld hatte ich gespart, aber eine unsichere berufliche Perspektive und die Gewißheit, daß ich auch zukünftig ein Auto benötigen würde. |
| Vor- berei- tungen |
Zu meiner damaligen
Wohnung gehörte ein
Carport, das nur nach hinten keine Wand besaß. Aufgrund
verschiedener Umstände war es allerdings nicht lang
genug für ein wirklich großes Auto und das Dach befand
sich weit oberhalb üblicher Autodächer. Mein Wunsch war
es, daß bei Regen das neue Auto am besten trotzdem nicht
naß würde. Daher fiel die Wahl auf ein kleines Auto -
maximal 3,70 m lang durfte es sein. (Es gab - so meine
ich mich dunkel zu erinnern - auch noch andere Gründe,
die für ein kleines Auto sprachen, aber so genau weiß
ich das nicht mehr...) Ich wollte natürlich fahrwerkstechnisch keinen Rückschritt erleben. Durch den spritzigen, gut liegenden Audi war ich sehr verwöhnt. Entsprechende Anforderungen prüfte ich später bei Probefahrten anhand zweier sorgfältig ausgewählter Strecken. Zusätzlich mußte ich an meine zukünftig unsichere Geldquelle denken und ein sparsames Fahrzeug bevorzugen. So manches andere war ebenfalls zu berücksichtigen und so kam es, daß ich mit Hilfe eines DIN A4-Bogens, auf dem ich mir 20 (!) Fragen notiert hatte, die Runde bei den Auto-Händlern machte. |
| Auf Auto- Schau |
Für mich gab es damals hinsichtlich des Herstellers meines zukünftigen Autos keine Tabus! Welches Emblem an meinem Auto prangen würde, wollte ich ausschließlich von meiner Kriterien-Liste abhängig machen. Trotzdem bin ich nicht zu Mercedes und Rolls-Royce gegangen - ich weiß gar nicht mehr, warum... |
| Erste Station: Audi |
Dem Audi-Händler wollte ich trotz der schlechten
Erfahrungen mit dem zerrostenden 50er eine Chance geben und besuchte ihn als
ersten - immerhin war die Technik bestens. Ich nahm meinen DIN A4-Bogen, stellte meine erste Frage und wartete auf eine Antwort. Gab es im Programm des Herstellers ein Auto, das dieses Kriterium erfüllte, dann stellte ich die nächste Frage usw. Zum Abschluß machte ich den Audi-Händler zusätzlich darauf aufmerksam, daß ich den 50er bei ihm neuneinhalb Jahre vorher gekauft hatte und er diesen Umstand bitte berücksichtigen möge. Trotzdem wollte er mir für den in Zahlung zu gebenden Wagen unverschämt wenig Geld anrechnen. Wütend ging ich zur nächsten Station. |
| Weitere Stationen |
Kam ich mit meinem DIN A4-Bogen
bei anderen Händlern auf den Hof und begann die
Frage-Prozedur, dann gab es unterschiedliche Reaktionen.
Die meisten ergaben sich in ihr Schicksal und
beantworteten die Fragen. Mehrere Male konnte ich mich mehr oder weniger lange vor Ende der Liste bereits verabschieden, weil eine Antwort nicht zu meiner Zufriedenheit ausfiel. Nicht einmal wurde versucht, mich aufzuhalten... Bei Opel versuchte der Verkäufer mir einen Corsa aufzuschwatzen, denn der war doch einfach
unschlagbar mit seinen 156 Kombinationen von Innen- und
Außenfarben. Ich hatte in meiner 20-Fragen-Liste zwar
nichts von Farben stehen, aber das interessierte den
Verkäufer nicht. Der Corsa war neu außerdem viel zu teuer, aber er
hatte gerade einen kaum gebrauchten ("Nur 15.000
gelaufen, mit ordentlich viel unter der Haube!") in
meiner Preisklasse da. Mir blieb nichts anderes übrig,
als eine Probefahrt zu machen. Beim Rangieren im
Verkaufsraum verbeulte der Verkäufer mit der recht
stabilen Corsa-Stoßstange einen anderen Wagen - na ja,
ein bißchen Schwund ist immer... |
| Probe- fahrt |
Die obligatorische Probefahrt
absolvierte ich mal mit, mal ohne Verkäufer. Mit Verkäufer machte das natürlich viel
mehr Spaß, denn wenn ich die Holperstrecke ansteuerte
unterhielt ich mich "zufällig" mit ihm über
den Federungskomfort. Und bevor ich die Straßenlage in
einer besonderen Kurve testete, erzählte ich ihm, daß
mein Audi
50 LS diese Kurve im
dritten voll verkraftet und ich mich nicht verschlechtern
wollte. Regelmäßig wurde es dann merkwürdig still
neben mir... |
| Letzte Station: Honda |
Aus meiner Sicht war damals der
Honda-Händler nicht die letzte Station. Zwei, drei
Fahrzeuge waren noch im Rennen, als ich mir Civic und Jazz ansehen wollte, denn diese beiden
erfüllten schon auf dem Papier viele meiner Forderungen. Nach der Begrüßung kramte ich meinen DIN A4-Bogen aus und begann die Frage-Prozedur. Der Honda-Händler hörte aufmerksam zu und grinste irgendwie auffallend dabei. Als ich schon recht weit mit meiner Liste vorangekommen war, unterbrach er mich und stellte mir eine Frage: "Sagen Sie mal, sind Sie Beamter?" Wahrheitsgemäß verneinte ich. "Dann sind Sie Lehrer!" Kurze Zeit später saßen wir zusammen im Jazz. Der Händler fuhr und zeigte mir alles. Nach wenigen Minuten wechselten wir die Plätze. Ich fuhr ihm zu vorsichtig und verhaltend, deshalb ließ er sich zurückbringen und ließ mich den Rest der Probefahrt allein absolvieren. Nach einer Viertelstunde hatte ich das Gefühl, den Wagen seit Jahren zu besitzen und gefahren zu haben. Deshalb verließ ich meine übliche Route und fuhr nach Hause, um dort mein neues Auto vorzustellen... |